Dialog-Day in Lippstadt
„OGS unter Druck: Wir müssen reden!“

Am vergangenen Freitag fand in Lippstadt ein Dialog Day zum Thema „OGS unter Druck: Wir müssen reden!“ statt. Die Träger von Offenen Ganztagsangeboten im Kreis Soest der freien Wohlfahrtsverbände, Caritas, Diakonie, INI, Jugendwerk Rietberg und der Paritätische im Kreis Soest hatten zu diesem aus den Niederlanden stammenden Gesprächsformat eingeladen.

„Mit dem Dialog Day wollten wir Menschen zusammenbringen, die normalerweise nicht ohne weiteres miteinander reden würden“, sagte Kerstin Weitemeier, Geschäftsführerin des Paritätischen im Kreis Soest. „Er sollte zu einem besseren Verständnis der unterschiedlichen Bedarfe und Erfordernisse für die Umsetzung des ab dem Schuljahr 2025/2026 bestehenden Rechtsanspruchs auf einen OGS-Platz an den Grundschulen im Kreis Soest beitragen“, er-läuterte Sophia-Marie Sehner, Fachbereichsleitung vom Jugendwerk Rietberg die Ziele der Veranstaltung.

Etwa 50 Schulkinder, Eltern, Schulleitungen, Schulträger und Politiker*innen aus der Kommunalpolitik im gesamten Kreisgebiet waren der Einladung gefolgt und hatten die Gelegenheit, an insgesamt sechs sogenannten Dialog-Tischen, begleitet von einer Moderation, miteinander ins Gespräch zu kommen. Als Gast aus der Landespolitik nahm Dagmar Hanses, MdL von den GRĂśNEN an der Veranstaltung im Kasino der INI – Initiative fĂĽr Jugendhilfe, Bildung & Arbeit e. V., teil.

„Aktuell sind viele OGS-Träger im Kreis Soest von der Landesregierung darüber enttäuscht, dass diese, entgegen vorausgegangener Verlautbarungen, weder Personal- noch Ausstattungsstandards für den Offenen Ganztag Land NRW festlegt noch die Refinanzierung auf eine auskömmliche Grundlage stellt“, berichtete Udo Gaden, Fachbereichsleiter beim Caritasverband für den Kreis Soest e.V.. Der Fachkräftemangel und die Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst im vergangenen Jahr führen zusätzlich dazu, dass viele Träger in eine finanzielle Schieflage geraten, Angebote einschränken oder ganz streichen müssen. „Ohne die zusätzlichen freiwilligen Leistungen der Kommunen könnte die gegenwärtige Betreuungs- und Bildungsqualität überhaupt nicht geleistet werden“, stellte Doris Horenkamp, Koordinatorin der INI klar. Einig sind sich alle Organisatoren des Dialog Days: Es wird höchste Zeit, sich einem konstruktiv-ernsten Dialog zu stellen, bei dem praktikable und schnell wirksame Lösungen erarbeitet werden, die der Entwicklung und Zukunft der Kinder gerecht werden.

Zuletzt hatte das Landeskabinett in Düsseldorf im März dieses Jahres einen Leitfaden mit fachlichen Grundlagen, für eine Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung für Kinder im Grundschulalter veröffentlicht. Die darin genannten Maßnahmen sind jedoch nicht ausreichend, um das im Koalitionsvertrag der Landesregierung formulierte Ziel, Mindeststandards für den Ganztag zu entwickeln und ein Fachkräftegebot umzusetzen, zu erreichen. „Die fachlichen Grundlagen können nur ein Zwischenschritt sein. Was wir brauchen, ist ein Ausführungsgesetz“, sagte Dagmar Hanses in ihren Grußworten an die Teilnehmenden des Dia-log Day. Es fehlen jedoch noch immer feste Vorgaben hinsichtlich der personellen Ausstattung in den Offenen Ganztagsschulen oder bauliche Standards, die beispielsweise die die Doppelnutzung von Klassenräumen einschränken. Vor allen Dingen aber fehlen weiterhin Zusagen für eine nachhaltige Finanzierung der Betreuungsangebote.

Freuten sich über einen gelungenen Dialog: v.l. Sandra Knaup (PariSozial), Nadine Hagelü-ken (Der Paritätische), Ivonne Kleeschulte (PariAktiv), Doris Horenkamp (INI), Dagmar Han-ses (MdL, GRÜNE), Sophia-Marie Sehner (Jugendwerk Rietberg), Kerstin Weitemeier (Der Paritätische), Dirk Frenz (INI), Udo Gaden (Caritas Verband)

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